BORODIN Lev

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Unserer Meinung nach ist es wichtig und sinnvoll, Absolventen aus Flüchtlingsfamilien zu helfen, ihr Studium fortzusetzen. Aus diesem Grund haben wir gezielt einen Studenten ausgewählt, den wir unterstützen können. Dank Caritas-Dnipro (Ukraine) wurden wir mit der Familie Borodin in Kontakt gebracht.

Der 2000 in Donezk geborene Lev Borodin floh 2014 mit seinen Eltern nach Dnepr, weil der Krieg ausbrach und seine Familie wegen ihrer Zugehörigkeit zur griechisch-katholischen Gemeinschaft von Verfolgung bedroht war.

Levs Mutter Irina schrieb uns in einem Brief:
„Bis zum letzten Moment haben wir nicht geglaubt, dass ein Krieg möglich sei. Wir nahmen teil an den friedlichen Protestaktionen, am Gebetsmarathon, der die Menschen aus verschiedenen Konfessionen im Gebet für Frieden vereinigt hatte. Aber es nützte nichts. Man hat nach Donezk fremde bewaffnete Menschen gebracht und die schossen auf die friedlichen Demonstranten mit Steinen und Molotowcocktails. Bald gab es Schießereien in der Nähe der Schule; der Donezker Flughafen wurde bombardiert und das griechisch-katholische Kirchengebäude unserer Pfarrei wurde zerstört. Da haben wir die Entscheidung getroffen, vorläufig zu fliehen, in der Hoffnung bald zurückzukommen wenn es wieder Frieden wird.“

Lev leidet an einer angeborenen Autoimmun-Thyreoiditis und muss regelmäßig hormonelle Medikamente einnehmen. Nach der Flucht verschlechterte sich sein Zustand und die Ärzte verschrieben ihm höhere Dosierungen von Präparaten. Dies hat dazu geführt, dass Lev drei- bis viermal im Jahr umfassende, recht teure Analysen vorlegen muss.

Darüber hinaus wurde festgestellt, dass Wirbel der Wirbelsäule von Lev fusioniert sind (Kyphose). Um seinen Rücken zu stärken, muss Lev regelmäßig schwimmen gehen und physiotherapeutische Behandlungen absolvieren.

Lev absolvierte die Schule im Jahr 2018. Er möchte Programmierer werden.

Im August 2018 schrieb er sich an der Fakultät für Informationstechnologie der Universität Kyjiw ein.

Levs Mutter ist Psychologin, der Vater ist derzeit arbeitslos. Die materielle Situation der Familie erlaubt es nicht, das Studium von Lev zu zahlen. Die Anmeldegebühr beträgt bereits 500 Euro pro Jahr und 300 Euro kostet das Studentenwohnheim.

Damit Lev sein Studium fortsetzen kann, präsentierten wir seine Geschichte bei den vier Sonntagsmessen im Franziskanerkloster Saint Pascal Baylon in Ostra Vetere (Italien) mit Zustimmung des Prior Fr. Die so erhaltenen Spenden (975 Euro) sichern das erste Studienjahr Levs.

Lev schrieb uns in  Juli 2019:
„Ich möchte vielen Dank sagen an alle Personen, die Spenden für mich gemacht haben. Dieses Geld hat mir ermöglicht ein ganzes Studienjahr an der Kiewer Universität zu studieren. Ich habe viel für meinen zukünftigen Beruf gelernt. Im Winter hatten wir auch ein Praktikum, wo ich theoretisch erworbene Kenntnisse praktisch anwenden konnte und ein Projekt zum Umweltschutz ausarbeiten konnte. Es gefällt mir sehr in Kiew zu studieren, wo ich viele neue Freunde gefunden habe. Ohne Ihre Hilfe wäre das alles nicht möglich. Ich danke Ihnen sehr.
Lev Borodin, am 23. Juli 2019.“

Am Samstag den 17. und Sonntag den 18. August 2019 waren wir im Pilgerort San Pasquale Baylòn (Italien), wo wir uns in den Messen bedankt haben bei den anwesenden Christen für ihre Spenden vom letzten Jahr. Diese haben es erlaubt Lev Borodin sein erstes Jahr des Informatikstudiums an der Universität in Kyjiw zu absolvieren. Wir haben die Gelegenheit genutzt noch einmal die Motivationen zu nennen, die uns als Vereinigung „Ad pacem servandam“ dazu führen diesem jungen Mann zu helfen.  Mit dem Einverständnis der Franziskanerpater dieses Pilgerortes haben wir unseren Aufruf an die Gemeinde erneuert, Lev, der von Donezk nach Kyjiw geflüchtet ist, für ein weiteres Studienjahr zu unterstützen. Unser Spendenaufruf hat 1065 € zusammengebracht.