BORODIN Lev

Für unseren Verein Ad Pacem servandam (Für Frieden und gegen Krieg) ist es wichtig, Abiturienten, die Familien angehören, die aufgrund ihrer Flucht aus den besetzten Gebieten innerhalb der Ukraine umgesiedelt wurden, bei ihrem Universitätsstudium zu unterstützen.

Aus diesem Grund haben wir gezielt nach Studenten gesucht, die wir unterstützen können. Im Jahr 2018 wurden wir über die Caritas in Dnepr (Ostukraine) mit der Familie Borodin in Verbindung gebracht. 

Lev Borodin wurde 2000 in Donezk geboren und floh 2014 mit seinen Eltern nach Dnepr, weil in seiner Heimatstadt der Krieg ausbrach und seiner Familie aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur griechisch-katholischen Gemeinschaft Verfolgung drohte.

Lev leidet an einer angeborenen Autoimmunthyreoiditis und muss regelmäßig Hormonpräparate einnehmen. Nach der Flucht hat sich sein Zustand verschlechtert und die Ärzte verschreiben ihm Präparate in noch höheren Dosierungen. Dies hat zur Folge, dass Lev sich drei- bis viermal im Jahr ziemlich teuren, umfassenden Analysen unterziehen muss.

Außerdem wurde bei den Untersuchungen festgestellt, dass bei ihm einige Wirbel in der Wirbelsäule zusammengewachsen sind (Kyphose). Um seinen Rücken zu stärken, muss Lev regelmäßig schwimmen gehen und sich einer physiotherapeutischen Behandlung unterziehen.

Lev hat 2018 die Sekundarschule abgeschlossen und möchte Computerprogrammierer werden.

Im August 2018 schrieb er sich an der Fakultät für Informationstechnologie der Universität Kiew ein, um ein Informatikstudium zu absolvieren.

Levs Mutter ist Psychologin, der Vater war zu dem Zeitpunkt arbeitslos. Die materielle Situation der Familie reichte nicht aus, (und es ist noch immer der Fall), um Levs Studium zu finanzieren. Allein die Studiengebühren belaufen sich auf 500 € pro Jahr; hinzu kommen 300 € für sein Zimmer im Studentenwohnheim.

Um Lev die Fortsetzung seines Studiums zu ermöglichen, stellten wir seinen Fall mit der Zustimmung von Prior Pater Natale bei vier Messen an einem Sonntag im August 2018 im Franziskanerkloster San Pasquale Baylon in Ostra Vetere (Italien) vor. Die so erhaltenen Spenden (975 €) sicherten sein erstes Studienjahr.

Lev schrieb uns im Juli 2019:

„Ich möchte allen Menschen, die für mich gespendet haben, herzlich danken. Das Geld hat es mir ermöglicht, ein ganzes Jahr lang an der Universität Kiew zu studieren. Ich habe viel für meinen zukünftigen Beruf gelernt. Im Winter hatten wir auch ein Praktikum, in dem ich theoretisch erworbenes Wissen in die Praxis umsetzen und ein Projekt zum Schutz der Umwelt ausarbeiten konnte. Es gefällt mir sehr gut, in Kiew zu studieren, wo ich viele neue Freunde gefunden habe. Ohne Ihre Hilfe wäre das alles nicht möglich gewesen. Ich danke Ihnen sehr herzlich.

Lev Borodin, 23. Juli 2019″.

Am Samstag, den 17. und Sonntag, den 18. August 2019 waren wir wieder im Pilgerort San Pasquale Baylòn in Ostra Vetere (Italien), wo wir während der Messen allen Gemeindemitgliedern für ihre Spenden im vergangenen Jahr dankten, die es Lev Borodin ermöglichten, sein Informatikstudium an der Universität Kiew zu beginnen und das ganze Jahr über fortzusetzen. Wir erläuterten erneut seine Motivation, die uns als Verein „Ad pacem servandam“ dazu bewegt, diesem jungen Mann zu helfen. Lev schrieb wieder einen Brief an diese Gemeinde, in dem er sich von ganzem Herzen bei allen bedankte, die ihn unterstützt haben. Einige Passagen wurden in den Gottesdiensten zitiert.

Mit der Zustimmung und Unterstützung der Franziskanerpatres  wiederholten wir unseren Aufruf, um Lev, der aus Donezk nach Kiew geflohen war, weiterhin zu unterstützen, um sein zweites Jahr an der Universität zu finanzieren. Durch unseren Aufruf kam die Summe von 1.065 € zusammen.

In den Jahren 2020 und 2021 während der Coronavirus-Pandemie war es nicht mehr möglich, in diesem Franziskanerkloster in Ostra-Vetere Spendenaufrufe zu machen. Daher unterstützen wir Lev Borodin weiterhin aus unserer eigenen Kasse bis zum Abschluss seines Bachelorstudiums im Juli 2022.